Schimmel und Algen an Fassaden

Situation aus der Bauschadens-Praxis

An der Außenseite eines Einfamilienhauses waren einige Zeit nach dem Aufbringen des Außenputzes Schimmelpilzbildungen sowie Grünalgen an der Fassade aufgetreten. Die Ursachen dieser kurzfristigen mikrobiologischen Besiedelung waren unbekannt und sollten untersucht werden.

 

 

 

Intensive Grünalgenbildung an einer Fassade
Intensive Grünalgenbildung an einer Fassade

 

Algen siedeln sich an Unregelmäßigkeiten des Außenputzes an
Algen haben sich an Unregelmäßigkeiten des Außenputzes angesiedelt.

 

Beim Ortstermin konnte festgestellt werden, dass die Fassaden großflächige Schimmelpilzbildungen sowie insbesondere im Sockelbereich auch Grünalgenbildungen aufwiesen.

 

Großflächige Algenbildung an einer Fassade
Großflächige Algenbildung an einer Fassade

 

Als mikrobiologische Besiedlung von Fassaden bezeichnet man vor allem folgende Spezies:
• Algen
• Schimmelpilze
• Bakterien
• Flechten
• Moose und Farne

Sehr häufig findet eine gemeinsame Besiedelung von Fassaden durch Schimmelpilze und Grünalgen statt. Da die Sporen von Schimmelpilzbildungen durch die Luft verbreitet werden, können sie auch auf Fassaden treffen und dort anhaften. Sobald die Lebensbedingungen für die Sporen günstig sind, das heißt, vor allem wenn eine hohe Feuchtigkeit vorliegt, können die Sporen auskeimen. Nach einer gewissen Wachstumszeit werden die Schimmelpilzbildungen durch eine graue Verfärbung des Putzes sichtbar. Grünalgen sind typischerweise an ihrem grünlichen Aussehen zu erkennen.

Schimmel am Außenputz über einem Fenster
Schimmel am Außenputz über einem Fenster

 

Unterschiedliche Besiedlung der Fassade durch Schimmelpilze
Unterschiedliche Besiedlung der Fassade durch Schimmelpilze

 

Bakterien, Flechten, Moose und Farne sind an Fassaden selten anzutreffen.

Situation vor Ort:

Bei der Überprüfung der baulichen Unterlagen und der Rechnungen des betroffenen Gebäudes zeigte sich, dass der Außenputz nur den „normalen“ Schutz gegen Algen- und Pilzbefall aufwies. Ein erhöhter Schutz, wie er nach dem technischen Merkblatt des verwendeten Außenputzes möglich gewesen wäre, lag nicht vor.

Außerdem wies das Gebäude nur einen geringen Dachüberstand auf, so dass die Fassaden intensiver und langfristiger durchfeuchtet wurden. Aufgrund des sehr guten Wärmeschutzes dauerte es gleichzeitig länger, bis die Feuchtigkeit wieder austrocknen konnte. Hiervon war insbesondere die Nordfassade betroffen.

Als weitere Ursache kam hinzu, dass die Außenwände keine fachgerechte horizontale Abdichtung aufwiesen. Im vorliegenden Fall war der Außenputz über die horizontale Wandabdichtung hinweggeführt worden und zusätzlich hatte man den Außenputz am Erdreichanschluss nicht abgedichtet.

FFehlende Abdichtung des Außenputzes ist die Ursache von Algen-und- Schimmelpilzbildung
Fehlende Abdichtung des Außenputzes ist die Ursache von Algen-und Schimmelpilzbildung

 

Putzschäden führen zu Durchfeuchtungen und Algenbildung aufgrund einer Durchfeuchtung
Putzschäden führen zu Durchfeuchtungen und Algenbildung aufgrund einer Durchfeuchtung

 

Das Auftreten einer mikrobiologischen Besiedlung an Fassaden ist meist ein komplexes Zusammenspiel aus folgenden Faktoren:
• Außenklima
• Sonnenzustrahlung tagsüber
• Wärmeverluste in klaren Nächten
• Wärmespeichervermögen des Außenputzes
• Wärmenachströmung von innen
• Konstruktive Mängel
• Alkalität des Putzes und
• Ausrüstung des Putzes mit Bioziden

Was kann zur Vorbeugung gemacht werden?

Bei der Auswahl eines Außenputzes muss darauf geachtet werden, dass ein möglichst guter Schutz gegen Algen- und Pilzbefall vorliegt. Dies allein ist jedoch meist noch keine Garantie, dass keine mikrobiologische Besiedlung an der Besiedlung auftritt.

In jedem Fall ist es günstig, wenn der Putz durch einen ausreichenden Dachüberstand vor intensiver Beregnung geschützt wird.

Dazuhin sollte unerwünschter Bewuchs an den Fassaden durch Sträucher oder Bäume rechtzeitig entfernt werden.

Spritzwassergefährdete Bereich müssen ebenfalls geschützt werden. Hierzu zählen insbesondere die Sockelbereiche, sowie Vordächer oder Gesimse.

Außerdem muss durch eine geeignete Abdichtung verhindert werden, dass am Erdreichanschluss Wasser in den Außenputz eindringt und nach oben aufsteigt.

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