Dachbegrünung, Teil 2

Dachbegrünung, Teil 2

Details sind wichtig
Jedes Dach ist nur so gut wie seine Details. Diesen Erfahrungssatz sollte jeder Bauherr und Planer beherzigen und deshalb auf die konstruktive Ausbildung der Details besonderen Wert legen.

 

Dachränder
Die Abdichtung mit Wurzelschutz muss an den Attiken und Brüstungen mindestens 15 cm über die Oberfläche der Begrünung hochgeführt und dort mit einer Blechverwahrung abgedeckt werden.

Falls die Abdichtung über den Dachrand hinweggeführt werden kann, dann reicht üblicherweise auch eine Hochführung von mindestens 10 cm über die Begrünung aus.

Die Begrünung wird vom Dachrand durch einen mindestens 50 cm breiten Kiesstreifen getrennt, damit der Abdichtungsanschluss regelmäßig überprüft und gewartet werden kann. Der Kiesstreifen wird von der Vegetationszone durch eine Einfassung getrennt, um ein Zuwachsen des Abdichtungsanschlusses zu verhindern. Hierfür eignen sich imprägnierte Holzbalken, Betonsteine oder Profile aus Faserzement.

Außerdem muss ein Blitzschutz vorgesehen werden.

 

Der Blitzschutz muss geplant werden
Der Blitzschutz muss geplant werden

 

Anschlüsse an Wände oder sonstige Bauteile
An Wandanschlüssen oder an sonstigen Anschlüssen muss sowohl die Abdichtung als auch die Wurzelschutzschicht mindestens 15 cm über Oberkante der Begrünung hochgeführt werden.

Der obere Abdichtungsrand muss mechanisch befestigt und mit einer Blechabdeckung abgedeckt werden, die auch ein Hinterlaufen durch Regen verhindert. Die Blechverwahrung kann gleichzeitig als mechanischer Schutz dienen.

An Wandanschlüssen muss die Vegetationszone wie bei den Dachrändern durch einen mindestens 50 cm breiten Kiesstreifen abgetrennt werden. Die Abtrennung kann auch mit einem Plattenstreifen ausgeführt werden, der gleichzeitig als Wartungsweg dienen kann. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Wandanschlüsse für eine Wartung zugänglich sind.

 

Anschluss eines Gründaches an eine Lüfterhaube
Anschluss eines Gründaches an eine Lüfterhaube

 

Anschluss einer Dachbegrünung an ein Oberlicht
Anschluss einer Dachbegrünung an ein Oberlicht

 

Dachabläufe
An Dachabläufen muss die Abdichtung wasserdicht auf den Flansch aufgeschweißt oder angepresst werden. Die Wurzelschutzschicht muss ebenfalls an den Flansch angeschlossen werden. Ein seitliches Unterwurzeln der Bahn darf nicht stattfinden. Zu Wartungszwecken muss die Vegetationsschicht durch einen etwa 50 cm breiten Kiesstreifen vom Dachablauf abgesetzt werden.

 

Dachablauf in einem Gründach
Dachablauf in einem Gründach

 

Dachdurchdringungen

Dachdurchdringungen müssen fachgerecht geplant werden. Insbesondere müssen ausreichende Abstände zu anderen Bauteilen sowie untereinander vorgesehnen werden, damit die Abdichtung fachgerecht an die Durchdringungen angeschlossen werden kann.

 

Zwischen einzelnen Rohranschlüssen müssen ausreichende Abstände geplant werden
Zwischen einzelnen Rohranschlüssen müssen ausreichende Abstände geplant werden

 

Dachdurchführungen müssen sorgfältig geplant und ausgeführt werden
Dachdurchführungen müssen sorgfältig geplant und ausgeführt werden

 

Dehnungsfugen

An Dehnungsfugen muss die Abdichtung mit einer Schlaufe ausgebildet werden. Ca. 50 cm links und rechts der Dehnungsfuge darf keine Vegetationsschicht sondern muss eine Kiesschicht aufgebracht werden.

 

Sicherung gegen Windsog
Am Rand und in Eckbereichen von Flachdächern müssen lose verlegte Dachaufbauten durch eine vom Statiker dimensionierte Kiesschüttung oder durch einen Plattenbelag vor dem Abheben durch Windsog geschützt werden.

Eine frisch eingebrachte Begrünung muss durch ein grobmaschiges Netz aus Jute gesichert werden, damit sie nicht durch den Wind abgetragen wird.

 

Sicherungspunkte

Für Arbeiten von Handwerkern müssen Sicherungspunkte auf dem Dach vorgesehen werde, an denen sie eine Selbstssicherung durchführen können.

 

Für Handwerker müssen Sicherungspunkte für die Selbstsicherung vorgesehen werden
Für Handwerker müssen Sicherungspunkte für die Selbstsicherung vorgesehen werden

 

Wartungswege

Für Handwerker müssen Wartungswege auf dem Flachdach und in der Begrünung vorgesehen werden. Hierzu können Kiesstreifen oder Plattenbeläge verwendet werden.

 

Wartungswege müssen vorgesehen werden
Wartungswege müssen vorgesehen werden

2 Kommentare zu Dachbegrünung, Teil 2

    • In den Dachgärtnerrichtlinien sind folgende Empfehlungen aufgeführt:

      – Plattenwege für Wartungs- und Beobachtungsgänge … sind standsicher und spannungsfrei einzubauen.

      – Die Dachfläche muss für Wartungsgänge zugänglich sein.

      Insbesondere auch bei Klimageräten auf dem Dach sind Wartungswege für Handwerker notwendig.

      Bei der Planung eines Gründachs sollte deshalb immer geprüft werden, ob Wartungswege sinnvoll oder notwendig sind.

Ein Kommentar, eine Frage - sehr gerne!

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